Das Thema "Schweißarbeit" ist eigentlich erst mit der Jungjägerprüfung ein interessantes für uns geworden. Nicht weil wir so schlecht schießen - Gott bewahre nein -  aber den Hund vielleicht irgend wann einmal bei einer Nachsuche einsetzen zu können, und so etwas richtig Sinnvolles zu tun, hat schon was. 

Aber selbst wenn es niemals dazu kommen sollte - die Welt der aufgedockten Riemen und Verweiser ist eine neue, eine andere, eine spannende.

Die ersten Versuche haben wir schon letztes Jahr unternommen. Mit mäßigem Erfolg - zumindest meiner- und shadyseits. Viel zu stürmisch und ungeduldig ist er drauflosgeprescht. Von anriechen und buchstabieren keine Rede. "Spur" war für ihn gleichbedeutend mit "go back" und Vollgas. 

Deshalb im Herbst dann ein zweiter Versuch mit Ruth Hochstätter und ihrer Lernmethodik des Riechens und Verharrens. Die auf den ersten Blick lustigen Marmeladegläser und Schaumstoffmatten sollen den Hund dazu bringen, bestimmte Gerüche (später dann eben den Schweiß) durch Verharren anzuzeigen. Dieses Anzeigen wird belohnt - nicht das Ende der Fährte. 

Bei mir und Shady hat´s geholfen - er rennt zwar immer noch drauf los, wie ein Irrer - hat jetzt aber wenigstens die Nase dabei unten. Jetzt brauch ich nur noch ein Paar guter Lederhandschuhe und festes Schuhwerk zum Einbremsen, dann passt´s.

Aber ernsthaft: auch die gestandenen Jäger und Fährtengeher haben nicht nur kritisch zugesehen, sondern auch selber ausprobiert und erfolgreich versucht. Der Herbert hat sogar einen Klicker gekauft - wenn das mal kein gutes Zeichen ist. 

Natürlich war der Schritt zu Tag 2 des von der LG, sprich Wolfram, organisierten Schweißtrainings ein großer. Am Sonntag wurden unter fachkundiger Anleitung von Robert die ersten Fährten im Gelände gearbeitet. Perfekt ausgezeichnet und vorbereitet, schon Tage vorher in mühevoller Kleinarbeit von Robert und Wolfram.

Schweißarbeit ist Fleißarbeit. Das ist kein leeres Versprechen. Anschuss festlegen, beschriften, Bruch dazu und drüber, Fährtenverlauf auszeichnen, Skizze anfertigen, Endpunkt so wählen, dass später das Stück leicht hingebracht werden kann, und, und, und.
Eine Heidenarbeit - vielen Dank dafür !

Am Morgen dann nach kurzer Einschulung die Fährte selber getupft, bewaffnet mit Tupfstock und exakt 250ml bestem Rotwildschweiß. Ich bin nicht ganz damit ausgekommen, ich geb´s zu - hat der Robert dann halt auf seiner Fährte ein wenig mehr mit Bodenverletzung auskommen müssen. 

Dann wieder runter zu den Autos, die Standzeit von 4-5 Stunden abwarten. War aber gar nicht schlimm. Erstens gab es eine wunderbare Jause vom Tuxerbauer und zweitens jede Menge Hintergrundinformation zur Methode von Edgar Wagner. 

Die sechs Fährten sind wir dann alle zusammen einzeln abgegangen. Hund und Führer voran, dahinter der Robert als Coach, der Rest als Putztrupp und Beobachter.

Gleich eins vorweg - alle Hunde (respektive die Führer dazu) haben es gut gemacht. Vielleicht nicht alle so vorbildlich wie der Athos und die Asta vom Erwin, aber immerhin - es ist kein Stück zurückgeblieben.

Abgesehen vom an sich schon schönen Tag in der freien Natur und der kameradschaftlichen Unterhaltung, hat mir besonders gut die selbständige Arbeit der Hunde gefallen. Mal was anderes, als stures Geradeausrennen auf Befehl und Sitz auf Pfiff, mehr gemeinsames Jagen. Einsatz aller Sinne und Fähigkeiten, die den Hund zum wichtigsten Jagdhelfer des Menschen gemacht haben.

Weil - ohne Hund findest Du vielleicht jedes Dummy im Wald - aber niemals eine tagealte Fährte. Mir taugt das.