Die nicht ganz unbeschwerliche Anreise lassen wir mal weg. Nach dem ersten Walk in Farn und Heide ist der sowieso vergessen. Und wenn dir in der Früh die Fasane beim Zähneputzen zuschauen - was willst du mehr. 

Unser Cottage gehört zu einer Farm. Zu der gehört auch ein Shoot. Und für den Shoot braucht´s Vögel - auch wenn der Gregory meint, das sind keine Vögel. Womit er ja vollkommen Recht hat, weil biologisch sind es Hühner. Na ja - mir egal.

Jedenfalls ist der Gamekeeper ein junger Bursche, der den ganzen Tag mit seinem Quad, 2 Labradors und einem Spaniel hinten drauf die Vögel in Schach hält. Mal werden sie in den Pen getrieben, mal vom Pen weg. Wahrscheinlich eine Wissenschaft. Stress mit unseren Hunden hat er absolut keinen. Muss er auch gar nicht, denn nach dem 2. Tag gehört das Gegacker und Geflatter einfach dazu. Auch wenn schon mal ganz begehrlich geschaut wird. Die Jungen wissen wahrscheinlich noch gar nicht warum - aber die Ruby, die weiß das ganz bestimmt.

Training steht natürlich auch auf dem Programm - aber Vorsicht: der Wind, das ungewohnte Gelände, die ganzen Gerüche - da ist Weniger oft Mehr.
Nichts leichter, als hier den Hund in 2 Tagen komplett fertig zu machen. 

Die Youngsters bekamen einen Special Day mit Nick Coats und Gordon Higgins. Basics anglais mit viel Suche und ein paar Linings. Auch a bissl was zum Thema Einweisen gab´s zu lernen. Sehr nette Menschen die beiden. Und voll mit Geschichten zu Hund und Land. 

Dieses wollen ja auch wir ein wenig kennenlernen, und unternehmen ein paar Ausflüge an die Küste. Da gibt´s wilde Ponies - die Exmoor Ponies. Waren mal vom Aussterben bedroht. Mittlerweile scheint´s ihnen aber wieder recht gut zu gehen.

Ursprünglich als Abwechslung für unsere kleinste Mitreisende gedacht, gab´s auch einen Hawk-Walk mit Nigel und seinen beiden Gefiederten. Dem Cassius und der Lady Macbeth. Der Nigel ist sehr bewandert - was Vögel (diesmal richtige) aber auch Shakespeare anlangt. Was wiederum unsere Carola freute, weil die studiert das ja.

Coole Sache so ein Bird-of-Prey. Geführt werden sie meistens zusammen mit Pointern. Wenn zwei oder mehrere gleichzeitig jagen, sei das ein "Cast". Dabei übernimmt jeder Vogel eine bestimmte Aufgabe. Manche fliegen hoch, um den Überblick zu haben - andere laufen sogar am Boden, so als eine Art Treiber. Das hat sich dann auch der Shakespeare abgeschaut und die Rollenverteilung in einem Stück kurz "Cast" genannt. Interessant. Find ich. 

Grad noch rechtzeitig am letzten Tag in den Moors haben wir die Stelle mit dem Tümpel entdeckt. Und weil wir ja sozusagen einen oder vielmehr eine Privattrainerin mithaben, ist der auch gleich ein cooler Retrieve dazu eingefallen. Wobei man ganz neidlos sagen muss, dass sich die "Kleinen" da schon mit mehr Inbrunst in´s Zeug gelegt haben. Wie auf den Videos im blauen Buch ersichtlich. 

Geländescheu sei der Vater der beiden auch nicht. Hat uns der Mike versichert. Dem haben wir einen kurzen Say-Hello-Besuch abgestattet. Impressive Dog muss man sagen. Wenn unser Glennie auch mal so eine Brust bekommt, dann gute Nacht. 
Dabei ein extrem freundlicher Hund. Very pleasing. Hoffentlich läuft´s den beiden gut und wir sehen sie wieder beim Paul French. Das who-is-who der Hundewelt. 

Mittlerweilen sind wir gut und sicher im zweiten Cottage in Suffolk angekommen. Es ist hier etwas wärmer, wenn auch die Wetteraussichten für die kommenden Tage leider nicht ganz so gut sind. Aber egal - wir sind in England. Da ist das halt so. Und eine Barbor-Jacke hab ich jetzt ja auch.