Eine dieser Facetten ist die Schweißarbeit. Die Arbeit nach dem Schuss oder Verkehrsunfall zum möglichst raschen Auffinden des kranken Wildes. Zumindest in Tirol Hochburg von Bracke, BGS und Hannover´schen.

Dass man das auch mit einem Retriever machen kann, zeigen die jüngsten Erfolge auf diversen Prüfungen und bei vielen Nachsuchen landauf-landab recht eindrücklich. 

Einen Experten auf diesem Gebiet, den Alfred Pieber hat die LG-Tirol zu uns her eingeladen, um eine zwar sehr bescheidene, dafür aber umso motiviertere Schar von Schweiß-Anfängern, ein wenig in diese hohe Kunst einzuweisen.

Von daher war es schon mal ganz gut und notwendig, dass wir den ersten Halbtag brav wie die Schüler im Lehrsaal saßen, und uns zunächst mal theoretisch mit dem ganzen Thema auseinandersetzten.

Der südsteirische Schmäh und die eine oder andere Jagdanekdote vom Alfred haben dies sehr kurzweilig gemacht und so wurde nahtlos zum ersten Highlight des Tages übergegangen. Dem Mittagessen beim Tuxerbauern. Sterneverdächtig, was die da in ihrem Hofladen auftischen. Das Foto mit dem Herrn Schubeck ist wohl kein Zufall gewesen.

Am Nachmittag ging´s dann bei leider strömenden Regen raus auf´s Feld. Erste Fährte selber legen. Bewaffnet mit Spritzflasche, Frankfurter, Bruch, Finderlohn, Regenschirm und Gummistiefel schon eine gewisse logistische Herausforderung. Das ganze Ding dann noch halbwegs gerade hinzubringen - mir gelang´s nicht. 

Die sechs schwarzen Hunde (die Berta, die Astha, der Cider, der Joker, der Amadeus und unsere Molly) haben das eigentlich auch gleich super gemacht. Mein Shady hingegen war an diesem Tag sehr blond. Er hat überhaupt nicht verstanden, warum er da nicht gleich zum Wald runterlaufen kann, den verdammten Tennsiball suchen und zurück. Wäre in 5 sec erledigt gewesen. Ist halt leider nicht Sinn der Sache. 

Unser (ebenfalls aber nicht ganz so blonder) Glen lief ein wenig außerhalb der Wertung mit. Altersbedingt hat er halt noch viel schauen müssen, aber streckenweise war die Nase schön tief unten. Da strahlt das Ziehmutterherz.

Am nächsten Morgen ging´s dann in einen wunderbar gelegenen Kessel. Streng bewacht von mehreren Ansitzen, Jagdhütte und Fütterung. Klar, dass man da ungefragt nicht hinkommt. Und wieder waren wir dran mit arbeiten. Fährte legen, markieren, Würstel drauf, Tennisball an´s Ende - ich glaub, ich bin mehr gelaufen, als mein Hund. 

Die Schwarzen haben gezeigt, dass sie das vom Vortag schon verstanden haben, und waren gleich um zwei Klassen besser. Mein Shady blieb blond. Obwohl ich die Fährte extra in den steilen Hang hineingelegt habe. Hat nichts genützt - er glaubt noch immer, dass man in 5 sec fertig sein muss. 

Muss man aber gar nicht. Der Alfred hat uns ja auch ein wenig über die verschiedenen Prüfungen und den Ablauf im Wald aufgeklärt. Da hat man eine Stunde Zeit - darf sich allerdings nicht mehr als 50 Schritte vergehen. Dachte mir schon, dass da noch was kommt. Auch ein paar Geheimtricks hat er uns verraten. Blöd halt, wenn wir ihn als Prüfer bekommen, weil er kennt die dann ja. 

Begleitet hat uns an diesem Tag auch die ortsansässige Dienstbracke. Der Arco. Stolze 16 Jahre alt - aber fit wie ein Turnschuh. Der hat sich das mal in aller Ruhe angesehen. Was wird er sich wohl gedacht haben, als er uns da so rumalbern sah. Literweise Schweiß, Frankfurter, Tennisbälle - und das alles wegen ein paar Metern. 

Neuerlicher Ortswechsel am Nachmittag - zurück auf´s freie Feld. Plötzlich sommerliche Temperaturen. Die Ermüdung war nicht nur den Hunden in´s Gesicht geschrieben.

Die Fahne besonders hoch gehalten hat da noch der Erwin mit seiner Astha. Als Jäger hat er schon ein wenig vortrainiert - deshalb konnte er auch schon das Mehrfache unserer Distanz angehen.  Und das ist dann schon cool, wenn der Hund da am langen Riemen vollkommen konzentriert jeden Meter sorgfältig ausarbeitet und mit 100%iger Sicherheit an´s Ziel kommt. Respekt ihr zwei - super gemacht !

Da hat der Radler beim Tuxerbauern dann noch um einiges besser geschmeckt. Auch mir - egal wie blond der Schädling war. Wir werden´s wieder probieren. Dank fachkundiger Anleitung ist der Grundstein ja schon mal gelegt.

Vielen Dank Euch beiden. Dem Alfred für die Lehrstunden und Dir lieber Wolfi für Deinen unermüdlichen Einsatz. Egal ob beim Organisieren, Schweißabfüllen oder Bruch-zurecht-schnitzen. War klasse - zum Fortgeschrittenen-Kurs täten wir uns gleich anmelden - geht das ?